Schreibwerkstatt
Linie
Linie

Referenzen

Seit dem Start des neuen Konzeptes im Jahr 2005 mit Intensivtraining und kleinen Gruppen zeichnen sich mittlerweile - 2008 - beachtliche Erfolge ab. Unter den bis zu 30 Teilnehmern insgesamt pro Jahr an verschiedenen Seminaren in Deutschland und Österreich haben einige Autorinnen und Autoren inzwischen professionelle Veröffentlichungen (bereits erfolgt oder noch in Vorbereitung) und/oder Literaturauszeichnungen zu vermelden. Folgende sind uns bekannt geworden:


Wir gratulieren! Auch unerwartet schnelle Erfolge sind möglich - dies hier meldete im August 2006 der Teilnehmer Franz-Peter Osterseher aus Österreich:

Hallo,
das hat man nun von der Teilnahme an Großrußbach 2006 und einer fast gleichzeitigen Einsendung an der Ausschreibung Literaforum "Krimi + Mystery", Gestatten? Mord!:
Ich bin im Finale, sprich unter den letzten 48 (von 12631!)

Text der erhaltenen Urkunde:
Das Literarische Forum der Meister-Akademie für Künste und Wissenschaften zu Husum e. V. würdigt hiermit die Kunst des belletristischen Schreibens und das schriftstellerische Talent von Franz-Peter Osterseher. Es wird hiermit ausdrücklich bestätigt, dass die/der Vorgenannte sehr befähigt ist und sich in unserem international ausgeschriebenen Autorenwettbewerb zum Thema Krimis & Mystery gegen mehr 12000 Mitbewerber qualifizieren konnte, um mit einem oder mehreren vorgelegten Werken nach Gesamtbewertung der unabhängigen Jury weit vorn platziert zu werden und somit für eine Preisverleihung nomiert wurde.

 

Bericht zur Schreibwerkstatt in Katzbrui 28. April bis 1.Mai 2006
von Thomas Rabenstein

Wer aus seiner Fantasie neue Welten erschafft, Geschichten die darin spielen erzählt und veröffentlichen möchte, der erreicht früher oder später unweigerlich den Punkt, an dem der nächste Schritt auf dem langen Weg zum professionellen Autor ansteht.

Man beginnt zwar früh sein eigenes Schreibhandwerk zu hinterfragen und holt sich bei Freunden Kritik und Rat ein, dennoch bleibt der Wunsch weiter zu kommen, sich mit anderen Autoren auszutauschen und von deren Erfahrung und Arbeitsweise zu lernen. Man betrachtet seine Werke kritischer, fügt hier und dort Verbesserungen ein und tritt dennoch auf der Stelle.

Genau an diesem Punkt war ich angelangt, als ich das erste Mal von Autorenseminaren, speziell von der Schreibwerkstatt des Fabylon-Verlags hörte.

Uschi Zietsch, den Perry Rhodan-Lesern besser als Susan Schwarz bekannt, hat sich im Rahmen ihrer Verlagsarbeit zum Ziel gesetzt, ambitionierten Jungautoren auf den Weg zu helfen und bot auch dieses Jahr wieder eine Schreibwerkstatt in der schön gelegenen Katzbrui Mühle an.

Vermutlich erging es mir wie vielen anderen zuvor, die sich mit dem Gedanken tragen an solch einem Seminar teilzunehmen. Die üblichen Fragen kamen mir in den Sinn: Bin ich schon weit genug um teilzunehmen? Kann ich das Seminar zeitlich einplanen? Wird es mich weiter bringen?

Natürlich kann man sich diese und andere Fragen stellen, aber der beste Rat den ich geben kann lautet: Gebt euch einen Ruck und meldet euch einfach an!

Schon die Ankunft am Zielort hat dazu beigetragen mich vom täglichen Arbeitstrott abzukoppeln, zu entspannen und auf das anstehende Seminar zu freuen. Katzbrui, eine idyllisch gelegene Mühle nebst Gasthaus und Hotel, erwies sich als idealer Tagungsort und Treffpunkt für den anstehenden Workshop.

Als Einstieg für die Schreibwerkstatt bekam jeder Teilnehmer bereits im Vorfeld die Aufgabe eine Kurzgeschichte zu verfassen. Die folgende Analyse der eingereichten Texte durch die Seminarleiterin ist berüchtigt. Ich kann aber alle Autoren beruhigen, bisher hat noch jeder Teilnehmer das sogenannte "zerrupfen" seiner Story überstanden.

Eine Eigenschaft, die man allerdings mitbringen sollte, ist Kritikfähigkeit. Jeder muss sich bereits vor der Anmeldung im Klaren darüber sein, was man durch das Seminar erreichen will. Die Schreibwerkstatt ist nicht dazu gedacht zu bestätigen, welch begnadeter Autor man bereits ist, sondern man fährt nach Katzbrui um zu lernen, Erfahrungen auszutauschen und eigene Schwächen auszuloten.

Genau um diese Schwächen geht es bei der Analyse der Kurzgeschichte, die bereits am ersten Tag mit der Lesung des eigenen Werkes beginnt. Uschi Zietsch nimmt sich sehr viel Zeit um auf jede Geschichte detailliert einzugehen, Mängel herauszuarbeiten, Empfehlungen und Ansätze für Verbesserung zu geben.

Es entwickeln sich fruchtbare Diskussionen unter den Seminarteilnehmern und ein erster Ideenaustausch kommt zustande, der die folgenden Tage intensiver Arbeit einläutet.

Uschi gibt Denkanstöße, fundamentiert die Regeln des Schreibens und gibt jedem Teilnehmer die Möglichkeit, sich nach eigenen Potenzial zu entwickeln. Sie fördert den Gedankenaustausch, stellt den Autoren aber auch Herausforderungen in Form von Schreibarbeiten, deren Ergebnisse deutlich vor Augen führen, zu welchen Leistungen jeder Teilnehmer fähig ist.

Was mir vom ersten Tag an sehr positiv aufgefallen ist, war die intensive Arbeit und Fokussierung auf das Seminarziel. Jeder Teilnehmer ist angereist um Fortschritte zu machen und genau darum geht es den ganzen Tag, bis spät in die Nacht hinein.

Am Ende eines Seminartages habe ich mich manchmal gefragt, wo denn die Zeit geblieben ist, denn das intensive Auseinandersetzen mit den eigenen Texten und Geschichten der Autorenkollegen, gestaltet sich äußerst kurzweilig, höchst interessant und sehr inspirativ.

Neben dem eigentlichen Schreibhandwerk geht Uschi Zietsch aber auch auf Grundlagen ein, die für die erfolgreiche Veröffentlichung einer Geschichte unumgänglich sind.

Wie und in welcher Form biete ich meine Geschichte einem Verlag an? Was sollte ich beim Absenden meiner Story beachten? Was ist der Unterschied zwischen Exposé, Synopsis und einer Prämisse?

Wirklich erstaunliche Ergebnisse lieferten die zahlreichen Schreibübungen, deren Aufgabenstellung variierte. Uschi Zietsch hat die Autoren schrittweise an die Anforderung herangeführt, auch unter Zeit- und Abgabedruck respektable Ergebnisse zu erzielen. Den Teilnehmern wurde so vermittelt, dass die ernsthafte Arbeit als Autor nicht allein Kreativität und Talent voraussetzt, sondern auch effektives Arbeiten und Zeitmanagement. Wie zuvor wurde jede Schreibübung eingehend diskutiert, die Ergebnisse analysiert und zwischen den Teilnehmern besprochen.

Am Ende des mehrtägigen Workshops waren sich alle Autoren einig. Das Seminar war hervorragend gegliedert und bot Dank der überschaubaren Teilnehmerzahl die Möglichkeit, sich mit allen Fragen und Themen eingehend zu befassen.

Doch nicht allein das erlernte Wissen war der Grund am Ende zufrieden nach Haus zu fahren, sondern auch die freundlichen und netten Kontakte, die man mit Gleichgesinnten knüpfen konnte.

Ich weiß, ich spreche für alle Teilnehmer wenn ich schreibe, dass die Tage in Katzbrui einen starken Motivationsschub ausgelöst haben. Ich nehme das Seminar als wichtigen Erfahrungspunkt mit und es hat sicherlich dazu beigetragen, dass ich um ein Vielfaches bewusster und zielgerichteter an die schriftstellerische Arbeit herangehe. Die Schreibwerkstatt von Uschi Zietsch ist ausdrücklich zu empfehlen und nicht wenige Teilnehmer, so auch ich, werden mit Sicherheit zu "Wiederholungstätern".


--------

Bericht zur Schreibwerkstatt in Großrußbach 25.-28.5.2006
von Roman Schleifer

Was leitet Dagobert Duck aus der Relativitätstheorie ab?

Diese Frage wurde während der Schreibwerkstatt, die vom 25. bis 28.05.2006 in Österreich stattfand, beantwortet und soll der Welt nicht vorenthalten werden. Doch zuvor ein paar Vorinformationen.

Zum zweiten Mal in Folge leitete Uschi Zietsch das im Jahre 2002 von Andreas Findig initiierte Schreibseminar und trieb die Teilnehmer an ihre schriftstellerischen Grenzen. Und darüber hinaus.

Da das Thema »Exposé« einen der Schwerpunkte bildete, holte sie sich als Co-Referenten den Experten auf diesem Gebiet: Ernst Vlcek. Bereits beim geselligen Zusammensein vor Seminarbeginn gab er Anekdoten aus seiner PERRY RHODAN-Expoarbeit zum Besten. Am ersten Nachmittag hörten die Teilnehmer von Uschi Grundlegendes über Manuskriptgestaltung, das Verlagswesen und die Publikationschancen in diesem hart umkämpften Markt. Aber da keiner der Teilnehmer mit diesem Hobby reich werden will, blickte sie auch am Ende ihres zweistündigen Berichts in hoffnungsfrohe Gesichter. Theorie über den Aufbau des Spannungsbogens und Grundsätzliches über die Wechselwirkung zwischen Protagonist und Antagonist rundeten den ersten Seminartag ab. So wie in den Vorjahren erforderte ein Überleben des »Tages der Taschentücher« stahlharte Nerven. Uschi und Ernst nahmen sich jede einzelne Story zur Brust, analysierten den Plot, die dahinter stehende Logik der Idee und stilistische Ausrutscher. Schonungslos deckten sie auf, dass sich die Autoren mit dem Plot oder der Idee ihrer Storys zu wenig eingehend auseinandergesetzt hatten. Die Teilnehmer lernten auf die harte Tour, dass man eine miese Storyidee nicht hinter einem sauberen Stil verbergen kann.

Am Samstag betrat Hans-Peter Müller den Seminarraum. Er ist Beamter, 38 Jahre alt, züchtet Diskusfische, sammelt Münzen hasst Reisen und hat Höhenangst. Mit dieser fiktiven Figur musste die erste Schreibaufgabe bewältigt werden, da Uschi und Ernst einen Dialog mit Hans-Peter in verschiedenen Lebenslagen wollten. Trotz derselben Ausgangsbasis agierte Herr Müller im Flugzeug anders als im Gespräch mit seiner Freundin - um nur zwei Aufgaben zu nennen.

Dann lüftete Uschi eines der bestgehüteten Geheimnisse der PR-Serie: Die Teilnehmer sahen ein Exposé. Allerdings nicht aus der Heftserie, sondern das ihres Buches »Quinto-Center«.

Aus den vorgelegten acht Seiten musste das Wesentliche extrahiert und zu Papier gebracht werden. In der Fachsprache heißt diese Zusammenfassung des Plots mit 300 bis 500 Wörtern die Synopsis. Nach dieser Fingerübung ging es daran, diesen Text auf 60 bis 100 Wörter zu reduzieren, um die Prämisse zu erhalten - nicht zu verwechseln mit der von einem amerikanischen Schreibbuchautor verwendeten Definition der Prämisse, die in einem Satz den Konflikt des Helden wiedergibt.  Den Nachmittag verbrachten die Autoren mit einem Bild eines startenden Raumschiffes, das ein Loch in eine Wald- und Wiesenlandschaft brennt. Düstere Wolken überlappten sich am Horizont mit den beiden Monden der Welt und kontrastierten mit den rotgelben Strahlen der Treibwerke. Diese Szenerie wollte Uschi so gefühlvoll wie möglich beschrieben haben. Und die Autoren hielten sich an ihre Vorgabe. Tränen flossen zwar keine, aber der eine oder andere Kloß formte sich im Hals, als die Kurzgeschichten vorgelesen wurden.

Am Sonntag wartete die spannendste und sicherlich originellste Schreibaufgabe auf die Teilnehmer. »Schreibt einen Dialog in einem Gerichtssaal zwischen Albert Einstein und Dagobert Duck. Ihr habt 40 Minuten.« Fragen der ob dieser Aufgabe irritierten Teilnehmer beantwortete Uschi mit dem Hinweis, dass die Zeit läuft. Also hämmerten die Autoren in die Tasten und lieferten trotz oder gerade wegen des Zeitdrucks köstliche Dialoge und sogar Kurzgeschichten zwischen diesen beiden so gegensätzlichen Charakteren. Und in einer dieser Storys deckte Dagobert Duck den wahren Hintergrund der berühmten Einsteinschen Formel »Energie = Masse mal Lichtgeschwindigkeit zum Quadrat« auf. Für Dagobert liegt es nämlich auf der Hand, dass diese Formel nur eines bedeutet: »Reichtum = Geldvermehrung mal Geschwindigkeit zum Quadrat.«

In der Abschlussrunde äußerten sich alle Teilnehmer euphorisch über das Seminar. Alle sagten einhellig, dass sie einen Motivationsschub in sich spürten und dass sie ihr neues Wissen umgehend in Kurzgeschichten oder Romanen umsetzen werden. Für das Jahr 2007 kündigte Uschi neben den Seminaren in Deutschland ein Anfängerseminar und mehrere Fortgeschrittenen-Schreibwerkstätten in Österreich an. Während im Anfängerseminar die Grundregeln mit Schreibaufgaben verknüpft werden, geht es bei den Fortgeschrittenen an die Details: Wie entwerfe ich glaubhafte Figuren und wie agieren sie mit ihren Stärken und Schwächen in bestimmten Situationen? Welche Unterschiede gibt es beim Plot zwischen Kurzgeschichte und Roman? Etc.

Wer schreibt, muss sich für all diese Fragen interessieren und schaut am besten auf der Homepage der Schreibwerkstatt vorbei, um sich für das nächste Seminar anzumelden.